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Familienpaten: Pilotprojekt des „Runden Tischs gegen Kinderarmut in Bergkamen“ beginnt mit der praktischen Arbeit
Zertifikate ebenen den Weg: „FiPs“ sind unterwegs in die Bergkamener Familien
„Träumereien“ flossen aus den Tasten des Klaviers. Träume sind es auch, die am Dienstag in der Friedenskirche außerhalb musikalischer Fantasien wahr geworden sind. Die ersten elf Familienpaten haben nicht einfach nur die Zertifikate zum Abschluss ihrer Ausbildung erhalten. Sie sind ein Aufbruch gleich im mehrfachen Sinne.
Für den „Runden Tisch gegen Kinderarmut in Bergkamen“ ist mit den Zertifikaten für das Pilotprojekt der erste Schritt getan, um Familien und Kindern konkret im Alltag unter die Arme zu greifen. Für die Familienpaten, kurz „FiPs“, sind ganz individuelle Träume und Wünsche in Erfüllung gegangen. „Ich wollte einfach etwas für meine Stadt tun, wenn ich nicht mehr arbeite“, berichtet Helga Overhage, die stolz ihre Urkunde in Empfang nahm. „Ich wollte am liebsten etwas mit Kindern machen und las ganz zufällig von den Familienpaten in der Zeitung.“ Sie meldete sich an. „Ich ließ mich einfach von dem überraschen, was dort auf mich zukommen würde.“ Vieles davon war auch tatsächlich überraschend. Die Aufgeschlossenheit und Herzlichkeit der übrigen „FiPs. Mancher Seminarinhalt wie etwa „Erste Hilfe am Kind“. Jetzt freut sich Helga Overhage „auf die Kinder, ihnen vorzulesen und mit ihnen zu spielen – so etwas wie eine Ersatzoma zu sein.“
Überrascht waren auch die Kooperationspartner des Projektes vom durchschlagenden Erfolg. Davon, „wie schnell sich hier eine enge Gemeinschaft gebildet hat“, betonten die Mitinitiatorinnen Anja Josefowitz als Diakoniepfarrerin und Petra Buschmann-Simons, Pfarrerin der Ev. Friedenskirchengemeinde. Vom „beeindruckenden Engagement und Arbeitswillen“, die Sonja
Schon am Montag treffen sich alle Familienpaten, um von der Theorie in die Praxis einzusteigen. Vier Familien haben sich bereits gemeldet, um von den „FiPs“ Unterstützung im oft nicht leichten Alltag zu bekommen. In einer Familie mit Migrationshintergrund ist der Vater erkrankt und es bleibt wenig Zeit für die beiden kleinen Kinder. Eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern kann Hilfe bei Arztbesuchen, bei Spaziergängen, Einkäufen oder bei Ausflügen mit den Kindern gut gebrauchen. Eine andere alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern studiert nebenher und ist froh, wenn ein Familienpate sich schon bald einige Stunden in der Woche mit den Kindern beschäftigt, während sie Formalitäten für die Uni erledigt. Eine weitere Familie freut sich auf eine „Ersatzoma“, die sie bald regelmäßig besuchen kommt. Erst einmal sollen sich Familien und „FiPs“ jetzt gegenseitig kennen lernen.
Die „FiPs“ werden in den nächsten drei Jahren von einem Beirat begleitet. Darin wurden auch zwei Familienpaten gewählt. Eine von ihnen ist Jutta vom Hagen. Sie hörte von einer Freundin von dem Projekt, engagierte sich zuvor für ältere Menschen. „Das ist ein tolle Möglichkeit für mich, wieder mit jüngeren Menschen in Kontakt zu kommen.“ Während der Ausbildung lernte sie nicht nur „interessante und anregende Themen“ kennen, sondern auch Ungeahntes über sich selbst – „über die eigenen Stärken und Schwächen, Erfahrungen und Kompetenzen“. „Wir freuen uns jetzt alle darauf, unsere erworbenen Fähigkeiten anzuwenden – und dass daraus etwas Gutes entsteht!“
Dessen ist sich der stv. Bürgermeister Kai Schulte sicher, der Stadtoberhaupt Roland Schäfer als Schirmherr des Projektes vertrat. „Sie wollen denen, die Hilfe brauchen, wieder Anschluss geben“, lobte er das gemeinsame Ziel. Aber auch für die „kleineren“ Alltagssorgen sind die „FiPs“ eine wertvolle Unterstützung. Familien, die sich ebenfalls für eine Alltagsbegleitung durch die „FiPs“ interessieren – von einer „Ersatzoma“ über Hausaufgabenhilfe, Unterstützung bei Arztbesuchen, Behördengängen, Ausflügen bis zum gemeinsamen Spielen – können sich unter Tel. 02307/965258 bzw. s.werner@bergkamen.de oder unter Tel. 02307/280633 bzw. buero@famkitabe.de melden..