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Diakonie, SKM und Stadt dankten Betreuern in Lippstadt für ihr Engagement

 

Seit 20 Jahren viel Herzblut für ein besonderes Ehrenamt

„Jeder große Erfolg war erst eine kleine Idee“, erscheint es auf der Leinwand. Beinahe 100 Augenpaare folgen diesen Worten. Sie gehören zu den Menschen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen, die allein nicht mehr mit den rechtlichen Dingen des Lebens und des Alltags zurecht kommen. Als die Betreuungsvereine vor vielen Jahren in Lippstadt begannen, war es vor allem zunächst eine Idee mit einigen wenigen Mitstreitern. Heute füllt sich zum traditionellen Neujahrsfrühstück als Dank für das ehrenamtliche Engagement ein riesengroßer Saal.

Das ist genau 20 Jahre nach Inkrafttreten des Betreuungsgesetzes ein wahrlich großer Erfolg. Auch Bürgermeister Christof Sommer war davon beeindruckt. Rund 400 Menschen engagieren sich in Lippstadt ehrenamtlich bei den Betreuungsvereinen der Diakonie Ruhr-Hellweg und des Sozialdienstes Katholischer Männer. 1.600 Betreuungen meistern sie zusammen mit den hauptamtlichen Kräften. „Sie leisten eine wichtige Arbeit – welchen Umfang die hat, können wir heute sehen“, lobte Sommer ein Engagement, „das beeindruckt“. Dem Bürgermeister ist es wichtig, „dass diese Arbeit mehr in das Bewusstsein der Menschen kommt“, denn sie wird mit „viel Begeisterung und Herzblut umgesetzt“.

Herzblut, wie es Gottfried Gösmann schon seit 17 Jahren antreibt. Seit er bei einer weniger anregenden Predigt in der Kirche die Informationsbroschüre für Betreuer in Händen hielt, hat er sich ganz und gar anderen Menschen verschrieben. Seine erste Betreute war eine psychisch erkrankte Frau. Er half ihr bei Anträgen für die Sozialhilfe, bei Gängen zu Ärzten und Kommunikation mit Krankenkassen und Versicherungen. Inzwischen hat er schon zahlreichen Menschen, die nicht mehr allein für sich und ihre rechtlichen Belange sorgen können, geholfen. „Des Nächsten Leid zu lindern hilft, das eigene Leid zu vergessen“, ist der Wahlspruch, der Gottfried Gösmann in seinem Engagement motiviert.

Auch Veronika und Gerd Lutze genießen das Frühstücksbüffet und die Dankesreden von Bürgermeister Sommer und Gabriele Leifels als Geschäftsführerin des Sozialdienstes Katholischer Männer Lippstadt. Veronika Lutze hat vor drei Jahren in der Zeitung von ehrenamtlichen Betreuungen gelesen. „Das hat mich sofort interessiert“, erzählt sie. Sie ließ sich informieren, besuchte Fortbildungsveranstaltungen und monatliche Fachvorträge. Sie steckte auch ihren Ehemann mit ihrer Begeisterung an. Als der vor einem Jahr in Rente ging, ließ er sich ebenfalls zur Übernahme einer ehrenamtlichen Betreuung anregen. Aus dem rechtlichen Beistand etwa für eine von Geburt an behinderte Frau ist inzwischen mehr geworden. „Wir besuchen uns auch außer der Reihe, gehen zusammen mit dem Rollstuhl spazieren, unterhalten uns oder kaufen zusammen ein“, erzählt das Ehepaar. „Wir bekommen dabei viel zurück – vor allem eine ehrliche Freude und viel Herzlichkeit.“

Am Samstag bekamen die Ehrenamtlichen viel Dank und Wertschätzung für ihre Arbeit. Organisiert hatten Cornelia Fischer-Brors vom Betreuungsverein der Diakonie und Elke Fahrbach-Behler vom SKM das Neujahrsfrühstück. Für eine große zusätzliche Portion Lebensfreude und Kraft sorgte die Trommelgruppe der Lebenshilfe Lippstadt aus der Wohngruppe der Mercklinghausstraße. Unter der Leitung der Musikpädagogin Barbara Berger unterhielt die Gruppe das begeisterte Publikum mit Rhythmen, die unter die Haut gingen.

Der Neujahrsempfang für die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer hat schon eine lange Tradition. Im 20. Jahr des Betreuungsrechts um so mehr – zumal diese Arbeit bei einer stetig steigenden Zahl von hilfesuchenden Menschen immer wichtiger wird. Wer sich ebenfalls für dieses Ehrenamt interessiert: Informationen gibt es unter Tel. 02941/97855-14 oder e-mail cfischer-brors@diakonie-ruhr-hellweg.de sowie Tel. 02941 9734-45 bzw. fahrbach-behler@skm-lippstadt.de.